DSGVO im Alltag
Die DSGVO ist für viele Unternehmen nach wie vor ein sehr komplexes und umfangreiches Thema. Kontinuierlich kommen neue Urteile und Pflichten hinzu oder ändern sich und das verunsichert viele Unternehmer, vor allem kleine und mittlere Firmen.
Wer mit personenbezogenen Daten arbeitet, ist automatisch betroffen: Bei einem Verstoß gegen die EU-DSGVO sind Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des Vorjahresumsatzes möglich. Eine DSGVO-Versicherung schützt vor den finanziellen Folgen eines Rechtsstreits.
Mit welchen Kosten können Sie außer den Bußgeldern rechnen und wie können Sie sich absichern:
1. Kosten
- Soforthilfe und Forensik-Kosten (Ursachenermittlung, Benachrichtigungskosten, Callcenter-Leistung)
- Krisenkommunikation / PR-Maßnahmen
- Systemverbesserungen nach einer Cyber-Attacke
- Aufwendungen vor Eintritt des Versicherungsfalls
2. Drittschäden
- Befriedigung oder Abwehr von Ansprüchen Dritter
- Rechtswidrige elektronische Kommunikation
- Ansprüche der E-Payment-Serviceprovider
- Vertragsstrafe wegen Verletzung von Geheimhaltungspflichten und Datenschutzvereinbarungen
- Vertragliche Schadenersatzansprüche
- Vertragliche Haftpflicht bei Datenverarbeitung durch Dritte
- Rechtsverteidigungskosten
3. Eigenschäden
- Betriebsunterbrechung
- Betriebsunterbrechung durch Ausfall von Dienstleistern
- Betriebsunterbrechung durch technische Probleme der IT-Systeme
- Mehrkosten
- Wiederherstellung von Daten (auch Entfernen der Schadsoftware)
- Cyber-Diebstahl (elektronischer Zahlungsverkehr, fehlerhafter Versand von Waren, Telefon-Mehrkosten)
- Cyber-Erpressung
- Entschädigung mit Strafcharakter/Bußgeld
- Ersatz-IT-Hardware
- Cyber-Betrug
- Übernahme von Belohnungsgeldern (kein Lösegeld)
Ihr Risiko ist gar nicht so klein
„Wir sind ein kleines Unternehmen. Uns betrifft das nicht. Bei uns gibt es nichts zu holen.“
Die Karriere von Hackern beginnt klein. Sie üben gern an kleineren Unternehmen, da dort ohne großes Risiko Daten gestohlen werden können. Die IT-Sicherheit ist dort oft unzureichend.
„Wir nutzen eine Cloud, also haftet der Anbieter!“
Auch wenn Ihre Daten bei einem Cloudanbieter gespeichert sind, haften Sie als Unternehmer selbst. Außerdem erfolgt ein Hackerangriff in der Regel von Ihrem Rechner. Cloudanbieter werden fast nie angegriffen.
„Wir haben eine eigene IT / einen IT-Dienstleister.“
Eine 100%ige Sicherheit wird Ihnen auch Ihr IT-Dienstleister nicht garantieren. Es ist ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel zwischen Hackern und Softwareentwicklern. Die Techniken beider Seiten entwickeln sich ständig weiter.
Cyberversicherung
Risiken durch Cybercrime
Datendiebstahl oder Betriebsstillstand durch Hacking oder DDoS-Angriffe sind heute keine Seltenheit mehr. Die finanziellen Folgen von Cyberkriminalität können vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen sehr schnell existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Denn diese Betriebe verfügen in der Regel weder über die finanziellen Mittel, um die resultierenden Schäden zu verkraften, noch sind sie zur Abwehr einer solchen Attacke adäquat ausgestattet.
Richtig abgesichert mit der Cyber-Police
Mit der Cyberversicherung erhalten kleine und mittelständische Betriebe umfangreichen Versicherungsschutz für Vermögensschäden, die durch Verletzungen der Informationssicherheit entstanden sind. Bedarfsgerechter Versicherungsschutz, alles in einer Police. Außerdem erhalten Sie umfassenden Support durch die Assistance Hotline: an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr. Hier werden Informationen gesammelt und der Handlungsrahmen abgeklärt. Die weitere Analyse umfasst, sofern erforderlich, eine Befragung Ihrer Mitarbeiter sowie die Beweissicherung und die Analyse von Logfiles. Anschließend wird das Problem eingedämmt, beseitigt und Ihre Systeme werden wiederhergestellt.
Warum ist die Cyber-Versicherung für Ihr Unternehmen notwendig und sinnvoll?
Die Erfahrung zeigt, dass in Deutschland praktisch kein Unternehmen vor Cyber-Attacken sicher ist, ganz gleich welcher Größe oder Branche. Die Täter arbeiten unter anderem mit Trojanern, Phishing-Methoden oder DDoS-Angriffen, erbeuten hierbei sensible Daten und lösen eine Betriebsunterbrechung aus. Bei KMU führt dies schnell zum wirtschaftlichen Ruin.
Wird ein Unternehmen Opfer eines Cyber-Verbrechens, trägt es in aller Regel Schäden auf mehreren Ebenen davon. Zum einen müssen die kompromittierten IT-Systeme wiederhergestellt werden. Zum anderen steht das Unternehmen vor der Aufgabe, durch geeignete PR-Maßnahmen einem Rufschaden entgegenzuwirken. Wurden bei dem Angriff Kreditkarten- oder Bankdaten erbeutet, sind hohe Schadensersatzforderungen denkbar.
Die Cyber-Versicherung bietet umfassenden Schutz, da sie sowohl Drittschäden als auch Eigenschäden absichert. Das Versicherungspaket umfasst etwa die Kosten für IT-Forensiker, Haftpflichtansprüche geschädigter Dritter sowie Ersatz für die durch den Angriff verursachte Betriebsunterbrechung.
Bußgelder und Schadenbeispiele
Ein mittelständisches Finanzunternehmen hatte Unterlagen mit personenbezogenen Daten von zwei Kunden unsachgemäß im Papiermüll entsorgt. Eine Nachbarin fand die Unterlagen und leitete sie der Aufsichtsbehörde zu. Verstoß gegen Art. 5 Abs. 1 lit. f DSGVO.
Hacker stahlen E-Mail-Adressen und Passwörter von rund 330.000 Nutzern einer Social-Media-Plattform und veröffentlichten sie. Das Unternehmen hatte die Passwörter im Klartext gespeichert (Verstoß gegen Art. 32 Abs. 1 lit. a DSGVO). Wegen großer Kooperationsbereitschaft nur 20.000 Euro.
Durch ein Update konnten Kunden im Kundenportal auf Daten anderer Kunden zugreifen (Name, Adresse, Geburtsdatum, Bankdaten, Buchungshistorie), nur durch Ändern der URL. Die Meldefrist von 72 Stunden wurde nicht eingehalten, Kunden wurden nicht benachrichtigt.
Ein Unternehmen teilte über 3.000 Stammkunden mit, dass Umstrukturierungen wegen des krankheitsbedingten Ausfalls des Verkaufsleiters erfolgen, inklusive Beginn und unbestimmter Dauer der Arbeitsunfähigkeit.